Vom 15.-17. November fand in Wuppertal die 7. Regionaltagung der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurpädagogik (IGIP-DACH) statt. Die Tagung bot eine gute Gelegenheit, einen Überblick über die aktuellen didaktischen Diskussionen an deutschen TUs zu gewinnen. Wichtige Themen sind u.a. die Zukunft der Ingenieurpädagogik und ihre Einordnung als Wissenschaftsdisziplin, der projektorientierte Unterricht sowie das eLearning. Auch das ZLL war mit einem Vortrag zum Stand der Einführung von PBL an der TUHH vertreten. Weiterlesen ‘7. Regionaltagung der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurpädagogik’ »
Netzwerktreffen Lehrinnovation
Beim Netzwerktreffen Lehrinnovation am letzten Dienstag wurden von Lehrenden der TUHH wieder ihre aktuellen Ideen und Konzepte für die Lehre hochschulöffentlich vorgestellt. Wieder einmal war es ein Anlass zu sagen: Es gibt großartige, innovative Innovationsideen an unserer Universität! Weiterlesen ‘Netzwerktreffen Lehrinnovation’ »
PBL im Curriculum – die Universität Aalborg
Wer sich mit PBL (Projekt und/oder Problem basiertes Lernen) auseinandersetzt, kommt innerhalb kürzester Zeit auf die Universität Aalborg, die als eine Vorreiterin dieser Methode stets präsent ist. Hohe Erwartungen und Vorfreude auf einen zweitägigen PBL Workshop begleiten mich als Fachreferentin dieser weltweit genutzten Lehr- und Lernmethode auf dem Weg nach Aalborg.

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ZLL offiziell eröffnet!
Das ZLL ist inzwischen schon seit einigen Monaten an der TUHH aktiv – am 16. Oktober wurde es nun auch offiziell durch den Präsidenten der TUHH, Prof. Dr. Garabed Antranikian, eröffnet.Über 100 Gäste aus den Instituten und Verwaltungseinheiten der TUHH sahen zu, wie Prof. Antranikian symbolisch ein rotes Eröffnungsband durchtrennte. Zuvor hatte der Präsident der TUHH in Kürze die Entstehungsgeschichte des ZLL rekapituliert.
Dabei verwies er zum einen auf die Notwendigkeit, Studierenden nicht nur Wissen, sondern auch den richtigen Umgang mit Wissen nahezubringen, wie auch auf die konkreten Etappen, die zur Gründung des ZLL geführt haben – von einer Delegationsreise der TUHH zur PBL-Universität in Maastricht bis zu den folgenden Bemühungen, innovative Lehr-Lernformen an der Universität zu etablieren.
Die ausführliche Vorstellung des ZLL übernahmen im Anschluss Prof. Dr. Sönke Knutzen (Vizepräsident für Lehre der TUHH), Dr. habil. Gerwald Lichtenberg (Projektleiter Lehrinnovation) sowie Prof. Dr. Christian Kautz (Professor für Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften am ZLL). D
abei gewährten sie den versammelten Gästen auch eine kleine Kostprobe, wie mit Hilfe des Clicker-Systems und gegenseitiger Beratung ein sichtbarer Lernfortschritt erzielt werden kann. Diese didaktischen Aspekte vertiefte in seinem Festvortrag Prof. Dr. Ulrich Herrmann aus Tübingen.
Das ZLL arbeitet bereits – in drei kurzen Workshops zu didaktischen Themen im Anschluss an die Eröffnungsreden konnten sich alle interessierten TUHH-Mitglieder davon überzeugen. Dennoch stand an diesem Tag etwas Anderes im Mittelpunkt: Die Freude darüber, dass die TUHH mit dem ZLL eine wichtige und stark aufgestellte neue Einheit bekommen hat, wie auch die Vorfreude darauf, wie sich mit Hilfe des ZLL in den kommenden Jahren die Lehr-Lernkultur an der TUHH verändern wird.
Von Abbrecherquoten, dem Gehirn als Generator und der Neurodidaktik
Der Festvortrag von Prof. Ulrich Herrmann zur Eröffnung des ZLL
Eine Optimierung der Lehre sollte sich – das ist nicht ganz so banal, wie es sich zunächst anhören mag – an den Bedingungen des Lernens orientieren. Zu den Bedingungen des Lernens zählen auch die Voraussetzungen des Lernenden und an diesem Punkt setzte der Vortrag des Festredners an.
Ein Dorn im Fleisch der Hochschulen: Die Studienabbruchquoten
Es sei eine der weniger erbaulichen Tatsachen an Technischen Universitäten, so Herrmann Zahlen des Hochschulinformationssystems (HIS) der Volkswagenstiftung zitierend, dass die Abbrecherquoten in den Ingenieur- und Naturwissenschaften bei etwa fünfzig Prozent lägen. Weiterlesen ‘Von Abbrecherquoten, dem Gehirn als Generator und der Neurodidaktik’ »
Hochschulrankings und die Lehre
Für Aufsehen an deutschen Hochschulen sorgt aktuell die Debatte um das BWL-Ranking im „Handelsblatt“. Über 300 Professor/innen – darunter auch Mitglieder der TUHH – haben einen Brief unterzeichnet, in dem sie das Handelsblatt dazu auffordern, sie nicht in diesem Ranking zu führen (http://handelsblattranking.wordpress.com/). Das Handelsblatt-Ranking basiert ausschließlich auf der Gewichtung von Aufsatzpublikationen. Die Unterzeichner des offenen Briefs schreiben hierzu prominent im ersten Punkt ihres Aufrufs: „Rankings des Forschungsoutputs (…) führen indirekt zu einer Abwertung von Tätigkeiten außerhalb der Forschung“ – und hier insb. auch der Lehre.
Die Kritik an regelmäßig forschungszentrierten Rankings ist nichts Neues. Sie traf zuletzt u.a. das CHE-Ranking, das ebenfalls einen Boykott von Historikern und Soziologen hinnehmen musste. Entsprechende Initiativen wenden sich aber nicht unbedingt gegen das fraglos vorhandene Interesse daran, einen Eindruck von der Qualität einzelner Studienorte zu erhalten. In Deutschland führt der Wissenschaftsrat gegenwärtig ein aufwändiges Projekt für die verlässliche Gestaltung eines Forschungsrankings durch (vgl. DUZ Nr. 9/2012, 27-29). Die dort gemachten Erfahrungen zeigen: Schon für die Forschung ist eine einigermaßen zuverlässige Wertung kaum noch mit vertretbarem Aufwand zu erstellen.
Wie aber soll dies dann auch noch bei einer „flüchtigen Materie“ wie der Lehre gelingen? Indikatoren, die hierfür in der Vergangenheit verwendet werden – wie z.B. das Betreuungsverhältnis – scheinen kaum angemessen, die Dimensionen einer gelungenen Lehrveranstaltung abzubilden. Selbiges gilt auch für alle anderen rein von außen erfassbaren Daten. Diese Schwierigkeit zeigt sich im übrigen auch bei anderen Anlässen, zu denen Lehre bewertet werden soll – wie z.B. bei der Vergabe von Lehrpreisen. Während dort allerdings teils ein erhöhter Aufwand möglich ist, der z.B. den Einbezug studentischer Stimmen erlaubt, scheint dies für ein großangelegtes Ranking nicht handhabbar. Insofern gilt auf absehbare Zeit: Ein Ranking darf nicht als Anhaltspunkt für die Lehrqualität gelten.
(PS)
Aktivierung vs. Aktives Lernen?
Neulich war im duz über ein schönes Projekt der Universität Zürich zu lesen: Ein Volkswirtschaftsprofessor und eine Examenskandidatin gestalteten gemeinsam eine Vorlesung, indem sie sich an die Rollenverteilung aus Moderator und Ko-Moderatorin von Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker aus der „Wetten dass ..?“-Show anlehnten [http://www.duz.de/duz-magazin/2012/08/mit-der-gluecksfee-lernt-sichs-besser/106].
Die Ko-Moderatorin betätigte sich in der Vorlesung u. a. als Glücksfee (hätte das ein Ko-Moderator auch getan?), stellte als übermotivierte Studentin viele Fragen, schlüpfte in die Rolle der Moderatorin, während der Professor die Rolle des Experten einnahm oder präsentierte separat Folien.
Den Studierenden hat das Projekt der Mehrheit nach gefallen. Doch schon die Hochschuldidaktikerin Sigrid Dany von der TU Dortmund [http://www.zhb.tu-dortmund.de/hd/startseite/] zeigte sich mit dem Verweis, man müsse noch untersuchen, ob tatsächlich bei den Studierenden mehr Lerninhalte hängengeblieben seien, vorsichtig.
Herausgehoben wird im Rückblick auf das Experiment im Negativen wie im Positiven je ein Aspekt: So gefielen den Studierenden „Showeinlagen mit Verkleidungen und reine Effekthascherei“ weniger, besonders hingegen lobten sie die Rolle der übermotivierten Fragenstellerin. Diese zwei Punkte kann man, so man etwas pointieren möchte, in Aktivierung und aktives Lernen differenzieren.
Dahinter steht allerdings mehr als eine semantische Spielerei: Aktivierung ließe sich demnach mehr in Richtung von Entertainment verstehen. Aktivierung kann die Studierenden wacher machen (d.h. nicht immer gleich auch aufmerksamer), bspw. durch isometrische Übungen oder den spielerischen Einsatz einer Glücksfee. Dergleichen kann durchaus Sinn machen. Jedoch muss das nicht notwendigerweise den Frontalstil brechen. Eine Glücksfee-Methode kann im schlimmsten Fall sogar vom Stoff ablenken. Aktives Lernen hingegen löst sich von der klassisch frontalen Lehrform und bindet den Studierenden in die Wissenskonstruktion mit ein, indem in einem didaktischen Dreieck Inhalt, Methode und die Erkenntnisse zum Lernverhalten miteinander abgestimmt werden und der Lehrende in den Hintergrund tritt. Wird also in der Vorlesung auch diskutiert, gefragt (übermotivierte Fragestellerin), aktiv visualisiert, in dafür vorgesehenen Phasen in Gruppen gearbeitet u. a. m., kommen die Studierenden in unmittelbare und eben aktive Auseinandersetzung mit dem fachlichen Inhalt der Veranstaltung. Dafür muss ihnen freilich die Gelegenheit gegeben werden.
Bei der übermotivierten Fragestellerin handelt es sich übrigens um kein neues Konzept. Der Lead Learner ist im englischsprachigen Raum schon lange ein didaktisches Mittel: Ein Studierender stellt in Absprache mit dem Lehrenden an kniffeligen Punkten (sog. Bottlenecks) Verständnisfragen oder leitet Wiederholungen ein. Auf diese Art, ebenso wie bspw. durch Fragen vom Lehrenden ins Plenum oder durch Diskussionen, werden die Studierenden angeregt den jeweiligen Denkprozess selbst mit zu vollziehen, anstatt ihn nur an sich vorbeiziehen zu lassen.
Das ZLL berät zur Ausrichtung von Lehrveranstaltungen nach den Methoden des aktiven Lernens und zu Fragen der Aktivierung.
Timo Lüth
Umzug des ZLL
Ende letzter Woche haben die ersten ZLL-Mitarbeiter neue Räume bezogen. Das ZLL-Team, das bis letzte Woche noch über den Campus verstreut war, wird nun in den nächsten Wochen schrittweise im ehemaligen Präsidialbereich des „Lindwurms“ (Gebäude E) zusammengeführt. Ebenfalls auf diesen Flur ziehen die Mitarbeiter der Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften um Prof. Kautz, direkt auf der anderen Flurseite arbeiten bereits die Mitarbeiterinnen des Qualitätsmanagements. Diese kurzen Wege werden hoffentlich allen drei Einheiten zugute kommen und den Austausch über die Lehre an der TU fördern! Die Weiterbildungsseminare des ZLL werden fortan übrigens (i.d.R.) im ehemaligen Präsidentenbüro stattfinden, das zum Seminarraum umgestaltet wird.
(PS)
Neue ZLL-Mitarbeiter
Seit dem 1. August hat das ZLL-Team Verstärkung durch drei neue Mitarbeiter bekommen.
Der Diplom-Ingenieur Dr. Klaus Vosgerau wechselt von der Universität Bremen an die TUHH. Aus seinen früheren Tätigkeiten bringt er umfangreiche Erfahrungen aus Hochschulentwicklung und universitärem Qualitätsmanagement mit – zuletzt war er verantwortlich für den Aufbau des Promotionszentrums der Universität Bremen. Am ZLL wird Klaus Vosgerau als Koordinator für Lehrinnovationen den Bereich Bauwesen (B-Dekanat) betreuen. Daneben ist er für die Konzeption und Durchführung einer Master-Akademie der TUHH zuständig, die sich speziell an fortgeschrittene, forschungsorientierte Studierende richten soll.
Auch der Germanist Timo Lüth bringt ins ZLL bereits umfangreiche Erfahrungen aus dem Bereich Lehre ein. Er unterrichtete u.a. an der Universität Hamburg, aber auch im außeruniversitären Bereich und spezialisierte sich durch Weiterbildungen auf die Hochschuldidaktik. An der TUHH ist Timo Lüth nun als Referent für aktives Lernen in Großveranstaltungen Ansprechpartner für den Einsatz aktivierender Methoden wie z.B. Clicker. Mit eigenen Seminaren wird er zudem das Weiterbildungsangebot des ZLL bereichern.
Für die Diplom-Soziologin Katrin Billerbeck ist die TU bereits vertrautes Terrain. Seit 2008 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut W-5 bei Prof. Malsch angestellt und u.a. auch als Vorsitzende des Ausschusses für Gleichstellung aktiv. Parallel studiert sie seit 2010 am Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung der Universität Hamburg den hochschuldidaktischen Studiengang „Master of Higher Education“. Praktische und theoretische Kenntnisse zur Lehre bringt sie in das interne Qualitätsmanagement des ZLL ein und wird sich hier mit der Qualitätssicherung der Lehrinnovationen beschäftigen.
Wir freuen uns über diese Verstärkung und sind uns sicher, dass unsere neuen Kolleg/innen für die gesamte TUHH eine Bereicherung sein werden!
Zum Abschied …

… sagt man leise “Servus”, “Auf Wiedersehen!” oder in Hamburg ganz einfach “Tschüß!”- daher melde ich mich als ursprüngliche Begründerin dieses Blogs (seinerzeit noch das eLearning-Blog der TUHH) heute hier einmal ganz persönlich zu Wort.
Nach gut vier spannenden und schönen Jahren verlasse ich die TUHH, um mich neuen beruflichen Aufgaben zuzuwenden. Ich habe hier viel erlebt, nette Menschen getroffen, einiges dazugelernt und sicher auch die eine oder andere Spur hinterlassen, von denen ich jetzt nur einige exemplarisch erwähnen möchte:
- Im Projekt “studIPort 2.0″, mit dem ich an der TUHH angefangen habe, konnten wir gemeinsam in einem tollen Team ePortfolios für die TUHH und die Lernplattform Stud.IP entwickeln und einigen Nutzern nahebringen. Die Diskussion darüber, wie man die Nutzung von ePortfolios unterstützen kann, wird weitergehen!
- Als eine der Ansprechpartnerinnen für Fragen rund um das eLearning erreichten mich während meiner Zeit an der TU immer wieder viele Fragen und Anregungen rund um das eLearning und seine Möglichkeiten – ich denke und hoffe, dass ich vielen Lehrenden und Studierenden weiterhelfen konnte.
- Schließlich haben wir – wieder in einem engagierten und tollen Team – die Einführung der Vorlesungsaufzeichnungen an der TUHH vorangebracht. Hier wird in der Zukunft sicher noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten sein und es werden Evaluationen bezüglich des Einsatzes und seines Erfolges stattfinden. Der Weg ist aber erfolgreich eingeschlagen, und es gibt schon einige positive Reaktionen von Lehrenden und Studierenden.
- Ähnlich ist es bei dem Einsatz der so genannten “Clicker”, die es schon eine ganze Weile lang an der TUHH gibt, die aber in den letzten Semestern an Bekanntheit und Beliebtheit gewonnen haben. Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten in einem kleinen Team intensiv darüber beraten, mit welchem Clicker-System die TU in Zukunft am besten die didaktischen Ziele erreichen kann, da die Technik sich hier rasant weiterentwickelt und damit auch neue didaktische Möglichkeiten bietet. Workshops, wie der gerade vergangene Woche durchgeführte, werden Lehrende hier weiter informieren und unterstützen.
- Und last but not least war ich mit einigen anderen Kolleginnen und Kollegen seit dem vergangenen Jahr aktiv am Aufbau des Zentrums für Lehre und Lernen beteiligt. Mit viel Freude und Engagement ging und geht es um die Einführung und Umsetzung unterschiedlichster Lehrinnovationen, um die Lehre für die Studierenden zu unterstützen und zu verbessern – eine ganz spannende Sache für die ganze TU! Da wird es in den nächsten Wochen und Monaten noch viele interessante Entwicklungen geben!
Bei dem sprichwörtlichen lachenden und weinenden Auge, das man häufig bei Abschieden hat, tut es mir natürlich trotz der Vorfreude auf meine neuen Aufgaben auch ein wenig leid, die TU gerade jetzt in dieser spannenden Phase zu verlassen. Doch ich bin mir sicher, dass der Kontakt auch hochschulübergreifend bestehen bleiben wird. Und wer weiß, vielleicht werde ich demnächst als “Gastautorin” von meinen neuen Aufgaben unter anderem auch hier berichten?!
Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für die vielen tollen Dinge, die wir zusammen diskutiert, geplant und bewegt haben. Danke auch allen Leserinnen und Lesern der vergangenen Jahre für Ihr Interesse. Und damit also “Tschüß und auf Wiedersehen!”
Eure und Ihre Corinna Peters