30. Hamburger Staffelrudern

Dunkle Wolken standen über unserer zweiten Teilnahme am Hamburger Staffelrudern. Schon am Freitag drohte der Plan, unser Boot Allermöhe zur Fari zu rudern, an Starkregen und Gewitter zu scheitern. Mit fast zwei Stunden Verspätung konnten wir dann aber doch starten. Auch am Samstagmorgen schien es noch so, als hätte sich das Wetter gegen uns verschworen und die Möglichkeit einer Unterbrechung des Staffelruderns stand im Raum. Doch dann beruhigte sich das Wetter und das 30. Hamburger Staffelrudern konnte bei idealen Bedingungen gestartet werden.

Nach den Erfahrungen und Anstrengungen des letzten Jahres kam die Anfrage des Kieler Hochschulsports, beim Staffelrudern eine Renngemeinschaft zu bilden, sehr recht und so wurden wir von zehn Kielern und ihrem Boot Schwanensee unterstützt, sodass wir mit insgesamt etwa 30 Ruderinnen und Ruderern an den Start gingen. Insgesamt waren es über 700 Teilnehmende aus 24 Mannschaften, die sich jeweils in zwei sich abwechselnden Gig-Doppelvierern daran machten, von elf Uhr vormittags an acht Stunden lang den gut drei Kilometer langen Rundkurs zu bestreiten. Startend vor der Germania ging es unter der Lombards- und der Kennedybrücke hindurch auf die Binnenalster, um die Fontäne herum, zurück auf die Außenalster, nach einer langen Geraden um eine recht enge Kurve und schließlich zurück zur Germania.

Der besondere Reiz des Rundkurses liegt darin, dass man auf jeder Runde seine Duelle gegen andere Boote ausficht, mal im Versuch ein schwächeres Boot zu überrunden, mal der Kampf dagegen, selber überrundet zu werden und besonders gerne im direkten Duell gegen ein gleichstarkes Boot. Insbesondere muss hier das Boot mit der Startnummer zwei, eine Rudergemeinschaft aus Richtershorn, Königs Wusterhausen, SCBK und Pirna, genannt werden, mit dem wir uns über die gesamten acht Stunden ein Duell auf Augenhöhe geliefert haben und uns nur aufgrund des stärker besetzen Bootes in der allerletzten Runde um drei Bootslängen geschlagen geben mussten.

Auch zwei kritische Momente galt es zu überstehen. Zum Einen wurde die Nachricht, dass wir zu Beginn der dritten Runde einen Zeitausgleich abzuwarten hatten, nicht richtig verstanden, so dass wir zu früh zu dicht am Start lagen und in die Bojen getrieben wurden, in denen wir uns verfingen und beinahe für den Untergang des Lautsprechers am Start gesorgt hätten. Später kam es dann zu einer Situation, bei der ein Boot wegen eines Schadens am anderen Boot spontan gleich noch eine zweite Runde fahren musste und beim Durchstarten im vermeintlichen Ziel von unserem Boot behindert wurde, was eine Verwarnung zur Folge hatte. Alles in Allem kann man jedoch von einem rundum gelungenen Tag mit vielen schönen und fairen Duellen sprechen.

Geschafft! Die 2/3 des Teams, die bis zum Abschlussfoto dabei waren 😉

Was bleibt uns vom Staffelrudern 2019?

In den acht Stunden wurden 39 Runden gerudert. Zudem wurden folgende Platzierungen in den Einzelrunden- und Endwertungen erreicht:

  • Platz neun im Kampf um die schnellste Einzelrunde zwischen 14:00 und 14:30,
  • Platz 13 im Wettstreit um die schnellste Einzelrunde zwischen 18:00 und 18:30,
  • Platz sieben im Rennen um die schnellste Damenrunde,
  • Platz vier in unserer Klasse (Klasse 3: Mannschaften mit 27 bis 50 Teilnehmenden),
  • Platz sieben im Gesamtklassement

Zudem bleibt uns die Erkenntnis, dass die Distanz von drei Kilometern zu lang für einen Sprint und zu kurz für einen Langstreckenschlag ist, sodass sie eine besondere Herausforderung darstellt.

Ein Dank soll an dieser Stelle noch einmal gehen an den Hamburger und Germania Ruder Club als Ausrichter, an diejenigen, die zwar nicht im Boot, dafür aber an Land für mentale und kulinarische Unterstützung gesorgt haben sowie natürlich an Franzi für die Organisation.

geschrieben von Frieder Wallraf

erstellt am: 16.07.2019